Ein Deeper Dive in die Welt der ETFs
Nach den letzten Posts, bei denen wir vor allem über ein gesundes Money Mindset gesprochen haben, ist es heute an der Zeit, den Fokus wieder auf ein Investitionsthema zu richten, das besonders für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet ist: die Exchange Traded Funds, besser bekannt als ETFs. Bereits in unserem Post “von der Sparerin zur Investorin” haben wir die Unterschiede zwischen ETFs und aktiv gemanagten Publikumsfonds beleuchtet. Falls du das verpasst hast, lohnt es sich, noch einmal reinzuhören und lesen (Moneyküre #4)!
ETFs - ein unheimlicher großer Wachtstumsmarkt
Da das Interesse an ETFs stetig wächst und immer mehr von ihnen auf den Markt kommen, möchten wir dir heute noch tiefere Einblicke, aktuelle Trends und die feinen Unterschiede innerhalb der ETF-Welt bieten. Unser Ziel ist es, dir eine fundierte Entscheidungsbasis für deine zukünftigen Investments zu geben.
Anfang März fand in Wien der jährliche Fondskongress statt, auf dem wir mit internationalen ETF-Anbietern über die neuesten Entwicklungen in der Branche gesprochen haben. In den Ressourcen weiter unten, findest du Links zu diesen Anbietern. Beachte jedoch, dass dies keine Empfehlungen sind, sondern lediglich eine Auswahl möglicher Investmentoptionen.
Um die Bedeutung von ETFs zu verstehen, lohnt es sich, einen Blick auf den globalen Markt zu werfen: Der ETF-Markt hat derzeit ein Volumen von etwa 11 Billionen USD, ein beeindruckendes Wachstum, das seit 2008 fast aus dem Nichts entstanden ist.
Was macht ETFs so besonders?
Der Name sagt es bereits: Exchange Traded Funds werden an öffentlichen Börsen gehandelt. Daraus ergeben sich zwei wesentliche Vorteile: Liquidität und Flexibilität. ETFs sind jederzeit während der Handelszeiten verfügbar, was bedeutet, dass du sie wie Aktien kaufen und verkaufen kannst. Wichtig ist dabei, dass der ETF, für den du dich interessierst, bereits etabliert ist und ein ausreichendes Handelsvolumen aufweist – idealerweise mindestens 100 Millionen Euro.
Ein weiterer großer Vorteil von ETFs sind die vergleichsweise niedrigen Kosten. Da ETFs in der Regel einen Index wie zum Beispiel den MSCI All Country World Index, den DAX oder den ATX abbilden, benötigen sie kein Fondsmanagement, das aktiv Entscheidungen trifft. Dies reduziert die Kosten erheblich und hat einen positiven Effekt auf die Gesamtrendite, insbesondere bei langfristigen Sparplänen. Wenn du zudem die thesaurierende Variante wählst, bei der Erträge direkt wieder investiert werden, profitierst du zusätzlich vom Zinseszinseffekt.
Ein weiterer Aspekt, der ETFs attraktiv macht, ist ihre Transparenz. Die meisten ETF-Anbieter veröffentlichen täglich, welche Aktien, Anleihen oder Rohstoffe in ihren Fonds enthalten sind, während bei klassischen Publikumsfonds oft nur die zehn größten Positionen monatlich offengelegt werden.
Ansparpläne sind für viele der beliebteste Einstieg in den langfristigen Vermögensaufbau, und ETFs bieten hier eine kostengünstige und flexible Lösung. Sie sind für fast alle großen Indizes verfügbar und decken zahlreiche Investmentthemen ab.
Allerdings ist eine oft gehörte Behauptung, dass ETFs generell risikoärmer als traditionelle Fonds seien, nicht korrekt. Das Risiko hängt immer vom Inhalt des Fonds ab, also davon, in welche Werte investiert wird, und nicht von der Frage, ob der Fonds aktiv oder passiv gemanagt wird.
Spezial- und Trend ETFs
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl von ETFs, die Aktien, Anleihen, Rohstoffe und sogar Kryptoassets abbilden. Themen-ETFs wie Technologie, Gesundheit oder Mobilität bieten zudem spezialisierte Anlagemöglichkeiten. Achte bei einem Investment in solche ETFs immer auf Diversifikation und Risiko. Passen Themen ETFs wirklich zu dir und deiner Anlagestrategie?
Eine interessante Entwicklung im Anleihenbereich sind Laufzeiten-ETFs. Diese ETFs bündeln Anleihen mit einer festen Laufzeit und erfüllen oft auch ESG-Kriterien. Sie bieten Anleger*innen die Möglichkeit, auf bestimmte Marktbedingungen zu reagieren und die aktuellen Renditen zu nutzen.
Ein weiterer Trend, besonders im Aktienbereich, ist die "Smart Beta"-Strategie, bei der ETFs auf maßgeschneiderte Indizes setzen, die gezielt bestimmte Qualitätskriterien erfüllen. Diese Strategien kombinieren passive und aktive Elemente, um das Risiko zu minimieren und die Performance zu maximieren.
Was solltest du also beachten, wenn du dir ein ETF-Portfolio aufbauen möchtest?
Starte mit einem breiten Index-ETF, um ein solides Fundament zu schaffen. Achte bei der Auswahl auf die Größe und Liquidität des Fonds, die Kosten (TER), die Art der Indexabbildung (physisch oder synthetisch) und die Nachhaltigkeitskriterien (mindestens Artikel 8 nach SFDR).
Nachhaltigkeit
Das Thema nachhaltiges Investieren wird auch in der ETF-Welt immer wichtiger. In den nächsten Folgen und Posts werden wir uns diesem Thema ausführlicher widmen, aber schon jetzt sei gesagt: Viele ETFs erfüllen bereits heute strenge ESG-Kriterien.
Informiere dich weiter, bleib neugierig und hab viel Spaß beim Investieren in ETFs!
Links zu einigen ETF Anbietern:
www.justetf.com (ETF Vergleichs- und Informationswebsite)
www.amundietf.de
www.blackrock.com
www.bnpparibas-am.com
www.fidelity.de
www.invesco.com
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